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Für die WM gerüstet: Allianz Arena gewinnt „Umweltschutztitel“

22.05.2006

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Wenige Tage vor der Übergabe der Allianz Arena an die FIFA, gibt es in Zeiten betriebsamer Vorbereitung auf das WM-Turnier, schon etwas zu feiern – so etwas wie den inoffiziellen Titel im Umweltschutz: Die europäische EMAS-Zertifzierung. Diese höchste Auszeichnung im Umweltschutz überreichte am Montag auf dem Kunstrasenplatz vor der Südkurve der Allianz Arena der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf dem Geschäftsführer der Allianz Arena Peter Kerspe und dem Vorstandsmitglied des FC Bayern München, Karl Hopfner.

Damit hat Bayern die umweltfreundlichsten WM-Stadien Europas. „Nach dem Frankenstadion Nürnberg hat nun auch die Allianz Arena München Europas höchste Auszeichnung im Umweltschutz erreicht“, erklärte Umweltminister Werner Schnappauf heute bei der Überreichung des europäischen EMAS-Zertifikats an die Stadion GmbH. Der Umweltschutz habe schon jetzt gewonnen. „Allein in der Allianz Arena werden jetzt am Tag 20.000 kWh Strom gespart“, so der Minister.

So kann mit Energiesparlampen, Bewegungsmelder in Treppenhäusern und Spielerbereich, bedarfsgerechter Steuerung der Raumluftanlage über CO2-Sensoren der Stromverbrauch während spielfreier Tage um 50 Prozent, an Spieltagen um 25 Prozent reduziert werden. Die Menge an Strom soll bis 2007 noch um weitere 5 Prozent gesenkt werden.

Schon diese Einsparung entspricht dem Stromverbrauch von mehr als 100 Vier-Personen-Haushalten. Bereits beim Bau der neuen Fußballarena in München wurden Schnappauf zufolge maßgebliche Anstrengungen zum Schutz der Umwelt unternommen. Beispiele sind der vollständige Verzicht auf Tiefbauwerke zum Schutz des Grundwassers, die Gewährleistung einer vollständigen Versickerung des anfallenden Regenwassers, die Errichtung aller oberirdischen Parkplätze in wasserdurchlässiger Bauweise und der Verzicht auf Tropenholz beim Innenausbau.

Die EMAS-Zertifizierung wurde in sensationell kurzer Zeit von vier Monaten durchgeführt. Ein Umweltmanagementsystem, wie EMAS gewährleistet eine umweltgerechte Betriebsführung, gute Managementpraktiken und eine kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. „Die Allianz Arena ist mit ihren systematischen und konsequenten Umweltmaßnahmen Vorbild für andere Stadien. Mit EMAS lässt sich Ökologie und Ökonomie in Einklang bringen“, betonte der Minister.


    Beispiele für umgesetzte Maßnahmen aus der Bauphase:
  • Das Stadion ist mit zwei Stromversorgungsnetzen vernetzt. Dadurch konnte auf ein Notstromaggregat (Diesel) verzichtet werden, das sonst bei den Veranstaltungen laufen müsste.
  • Es wurde beim Bau vollständig auf Tiefbauwerke verzichtet, um keine Unterkellerung zu haben und damit die Grundwasserströme so gering wie möglich zu beeinflussen.


    Beispiele für Maßnahmen seit Inbetriebnahme:
  • Durch das verbesserte Energiemanagement wurde der Strombedarf an spielfreien Tagen von ursprünglich 40.000 auf nun ca. 20.000 kWh Strom pro Tag reduziert.
  • An Spieltagen wurde der Verbrauch von Strom von ca. 80.000 kWh auf ca. 55.000 KWh – 63.000 KWh reduziert.

    Strom: Einsatz von Energiesparlampen, Anbringen von Bewegungsmeldern in Treppenhäusern und im Spielerbereich, eine kürzere, d.h. bedarfsgerechte Beleuchtungsdauer der Parkhäuser, Einzelsteuerung von Logen (allgemein üblich ist in den anderen WM-Stadien die Gruppensteuerung).

    Luft:Wichtige Bereiche der Raumluftanlage werden über CO2-Sonden gesteuert, d.h. Frischluft wird entsprechend der Luftqualität, also nur nach Bedarf zugeführt.

    Wasser: Die Spülzeiten wurden seit Eröffnung auf ca. 15 Sekunden reduziert.

    Ziele für 2006/2007:
  • Strom/Wärme: Die technischen Maßnahmen sind vorerst ausgereizt, jedoch wird immer noch eine Reduzierung des Verbrauchs um weitere 5 % im Vergleich zu 2005 durch Sensibilisierung des Nutzerverhaltens für möglich gehalten. Das entspricht dem Jahresverbrauch von über 100 Vier-Personen-Haushalten.

  • Wasser: Durch die Optimierung der Spülung wird eine 3% Einsparung im Vergleich zum Verbrauch 2005 angestrebt. Die angestrebte Einsparmenge liegt bei über 1000 m³, das entspricht ca. 6600 Badewannenfüllungen.

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