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Übung der Polizei zur WM-Vorbereitung

In einem offiziellen Pressebereicht erläuterte das Polizeipräsidium München die dreitägige Übung zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2006, die auch zu großen Teilen auf dem Gelände der Allianz Arena abgehalten wurde.
26.10.2005

Vom Montag, 24.10.2005, bis Mittwoch, 26.10.2005, wurde vom Polizeipräsidium München eine groß angelegte Übung mit Unterstützung weiterer Polizeiorganisationen durchgeführt. Ziel der Übung war die Bewältigung denkbarer Ereignisse während der WM 2006 sowie ein Test der Informationssteuerung und der Zusammenarbeit der beteiligten Behörden. Neben dem Polizeipräsidium München übten während der drei Tage Beamte der Bayerischen Bereitschafts-
polizei, des Bayerischen Landeskriminalamtes sowie der Zentralen Unterstützungseinheit des Bundes (ZUB) mit Beamten des Bundeskriminalamtes, der Bundespolizei und des Bundesamts für Strahlenschutz. Daneben waren das Bayerische Landesamt für Umweltschutz und die Berufsfeuerwehr München beteiligt.

Die Übung war mitden verschiedensten Szenarien sehr breit angelegt, einige Übungsinhalte wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt. So gehörten u.a. eine fiktive Erpressung mit Anschlagsdrohung während einer Großveranstaltung und zeitgleich eine angenommeneSchießerei im Münchner Norden dazu. Zwei Fußballfans hatten nach einem Streit mit anderen Hotelgästen mit Feuerwaffen um sich geschossen und neun Personen zum Teil erheblich verletzt. Der Tatort wurde mit umfangreichen Kräften abgesperrt, die Lage schließlich nach erfolgloser Kontaktaufnahme von Spezialeinsatzkräften des PP München bereinigt.

Zwischenzeitlich konnte in dem Erpressungsfall eine Festnahme getätigt werden. Die Vernehmungen des Tatverdächtigen ließ Rückschlüsse auf eine ca. achtköpfige Tätergruppe zu, die bereits Vorbereitungsmaßnahmen zu einem Bombenanschlag getroffen hatten. Bei einer Durchsuchungsaktion konnten zwei weitere Tatverdächtige festgenommen und Beweismittel, u.a. ein Sprengsatz sowie fiktives radioaktives Material, sichergestellt werden. Da angenommen wurde, dass an diesem Tag ein Länderspiel statt findet, mussten von geschlossenen Einheiten unterstützt durch Reiter- und Hundestaffel am frühen Nachmittag im Vorfeld des fiktiven Fußballspieles aggressive Fangruppen getrennt undin Gewahrsam bzw. festgenommen werden.

Am Dienstag wurde aufgrund der Gesamtlage in dem Erpressungsfall die ZUB in Meckenheim in die Ermittlungen eingebunden. Daneben mussten geschlossene Einheiten des Polizeipräsidiums München eine fiktive hooligantypische Auseinandersetzung bewältigen. In der I. Abteilung der Bayerischen Bereitschaftspolizei wurde eine Massenschlägerei in einem Biergarten nachgestellt. Bei Eintreffen der ersten Streifenfahrzeuge verbündeten sich die Kontrahenten und gingen massiv gegen die Polizei vor. Eine weitere Einlage stellte die Besetzung eines MVV-Busses durch Hooligans dar. Übungsinhalt bei diesen Darstellungen war das Trainieren von Massenfestnahmen und die Abarbeitung und das Zusammenspiel der festnehmenden, der aufnehmendenund der transportierenden Beamten.

Gegen Mittag wurde die ZUB in den Einsatz eingegliedert. Deren Aufgabe war die Observation weiterer Mitglieder der Tätergruppe, deren Festnahme sowie das Auffinden und Entschärfen weiterer Sprengsätze. Dazu wurde die Allianz-Arena bis in die Nachtstunden abgesucht. Die Übung endete mit dem erklärten Ziel der Festnahme aller Täter und der Entschärfung der vorgefundenen Sprengsätze. Während der drei Tage übten zu Spitzenzeiten knapp 500 Beamte des PP München und darüber hinaus etwa 250 Beamte der ZUB, 150 Beamte anderer Polizeiorganisationen sowie zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr und des Bayerischen Landesamts für Umweltschutz.

Die eingesetzten Beamten, sowohl auf „Störerseite“, als auch bei den Behörden, übten engagiert und realitätsgetreu den Ernstfall. Die Übungsinhalte wurden ordentlich abgearbeitet, es haben sich aber auch einige Lerneffekte ergeben. Detaillierte Erkenntnisse zu den Übungszielen können erst nach Auswertung der Erfahrungsberichte der Schiedsrichter gewonnen und umgesetzt werden. Es lässt sich allerdings bereits feststellen, dass die Übung im Hinblick auf eine
möglichst störungsfreie Weltmeisterschaft 2006 sinnvoll und zweckmäßig war.

Am 8. Oktober hatten in der Allianz-Arena bereits rund 2.000 Katastrophenschützer mit einer Übung den Ernstfall einer Bombenexplosion simuliert: Nach dem gespielten Anschlag im Oberrang des vollbesetzten Fußballstadions mussten über 300 realistisch geschminkte „Verletzte“ von den Einsatzkräften versorgt und in die umliegenden Krankenhäuser gebracht werden. Die Erfahrungen aus dieser Übung wurden auch in den Plänen der Polizei berücksichtigt.

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